Fertigungsindustrie

Zur Fertigungsindustrie zählen insbesondere der Maschinenbau, der Fahrzeugbau, die Herstellung von elektrischen, elektronischen und optischen Komponenten und Systemen, die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Herstellung von Möbeln, Schmuck, Spielwaren, Sportgeräten, Musikinstrumenten und weiterer Erzeugnisse. Die Fertigungsindustrie ist – mit Ausnahme des Fahrzeugbaus - zumeist mittelständisch geprägt. Es gibt gerade unter diesen Unternehmen viele Weltmarktführer in ihren speziellen Segmenten (hidden champions). Viele dieser Unternehmen sind zudem sehr exportorientiert.

Die Spanne der Fertigungsindustrie reicht von der kundenspezifischen Einzelfertigung bis hin zur Großserienfertigung. Die Methoden der Digitalisierung – Stichwort Industrie 4.0 – ermöglichen zunehmend einen Wandel hin zur kundenangepassten bzw. kundenindividualisierten Fertigung im Rahmen der (Groß-) Serienfertigung. In der Fertigungsindustrie werden meist sehr hohe Anforderungen an Produktqualität gestellt; das gilt insbesondere für langlebige Investitionsgüter. Hohe Funktions- und Ausfallsicherheit sind elementare Anforderungen, insbesondere in der Medizintechnik, dem Flugzeug- und Fahrzeugbau. Die Fertigungsautomation ist seit vielen Jahren ein Treiber des Produktivitätswachstums.

Zahlen und Fakten

  • Auf das umsatzstärkste der vorgenannten Segmente, die Automobilindustrie, entfielen 1 361 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 380 Mrd. Euro, das hinsichtlich der Unternehmensanzahl größte Segment ist die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 8 261 Unternehmen, die einen Gesamtumsatz von mehr als 108 Mrd. Euro vorweisen können.
  • Im Juni 2021 arbeiteten 786 000 Beschäftigte in der Automobilindustrie inklusive der Zulieferer und bei der Herstellung von Metallerzeugnissen 510 000 Beschäftigte.
  • Die Exportquote der Automobilindustrie lag in den vergangenen Jahren bei etwa 64 Prozent, die Exportquote des Maschinenbaus bei etwa 80 Prozent.

Quellen:

Digitalisierung in der Fertigungsindustrie

Die Fertigungsindustrie weist einen sehr heterogenen Automatisierungsgrad auf. Auch die Losgröße, d. h., die Zahl der am Stück produzierten Produkte, ist sehr unterschiedlich. Die Spanne reicht von der Einzelfertigung bis hin zur Großserie. Dadurch sind die Methoden der Digitalisierung, die einen Mehrwert schaffen können, sehr fallspezifisch. In jedem Fall spielt aber die unternehmensübergreifende Vernetzung zwischen produzierenden Unternehmen, Kunden, Lieferanten und Dienstleistern eine wichtige Rolle. Zentral für diese Leitvision der vernetzten „Industrie 4.0“ sind die sogenannten digitalen Zwillinge, die ein unternehmensübergreifendes, virtuelles Abbild von Komponenten, Werkstücken, Maschinen, Anlagen und Prozessen darstellen.

In den Fertigungsprozessen werden mittlerweile auch datengetriebene Ansätze aus dem Machine Learning bzw. der Künstlichen Intelligenz erprobt, z. B. für die Zustandsüberwachung und die prädiktive Instandhaltung, bei der eine Prognose erstellt wird, wann die nächste Wartung oder Reparatur erforderlich ist. Herausforderungen sind dabei die oft sehr kleinen Umfänge der Trainingsdaten, der Schutz der Betriebsdaten sowie der Erhalt des Erfahrungswissens und der Kompetenz der Fachkräfte, die die Maschinen bedienen.

Digitale Trends für die Fertigungsindustrie

  • Industrielles Internet der Dinge (IIoT)
  • Künstliche Intelligenz (KI)/Edge Computing
  • Digitale Zwillinge für die Modellierung von Produkten, Anlagen und Prozessen
  • 5G/6G für die mobile Maschinenkommunikation
  • Plattformökonomie/Neue Geschäftsmodelle 

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