Krisenmanagement

Naturkatastrophen, Pandemien, Industrieunfälle oder Terroranschläge sind außergewöhnliche Situationen, in denen ein professionelles Krisenmanagement von Feuerwehr, Polizei, THW, Krankenhäusern, Hilfsorganisationen, Bundeswehr und öffentlicher Verwaltung von höchster Bedeutung ist. Nicht zu vergessen ist die Wirtschaft. Dort können Krisensituationen schnell Störungen in den Lieferketten nach sich ziehen. Damit zählen auch Unternehmen oft zu den zentralen Akteuren des Krisenmanagements.

Die Erstellung von Lagebildern ist eine klassische Aufgabe des Krisenmanagements. Bei einem proaktiven Risikomanagement müssen zur Erstellung eines Lagebildes Daten aus unterschiedlichen Quellen zu einer Gesamtübersicht kombiniert werden, unabhängig davon, ob sie digital vorliegen, manuell erfasst oder durch Sensoren gewonnen werden.

Dabei werden die Risiken nach Häufigkeit und Schadensumfang, einschließlich der ideellen Schäden, klassifiziert. Besonders kritisch werden Risiken mit hohen potenziellen Schadenssummen und hoher Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet.

Zahlen und Fakten

  • Die volkswirtschaftliche Schadenssumme der Elbe- und Donauhochwasser im August 2002 betrug alleine in Deutschland 9 Mrd. Euro, davon zwei Drittel in Sachsen.
  • Im Jahr 2018 wurden die deutschen Feuerwehren bei 248 000 Bränden und Explosionen, 2,5 Mio. Notfallrettungen, 671 000 technischen Hilfeleistungen und 141 Katastrophenalarmen eingesetzt, aber auch bei 257 000 Fehlalarmen.
  • Während der ersten Covid19-Welle zwischen Dezember 2019 und April 2020 brach der globale Handel um 16 Prozent ein, die deutsche Industrieproduktion um 22 Prozent. 30 Prozent der Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten mussten Störungen in der Lieferkette mit Auswirkungen auf die Produktion hinnehmen.

Quellen:

Digitalisierung im Krisenmanagement

Geografische Informationssysteme liefern Karten zum Lagebild und unterstützen damit die räumliche Orientierung. Das ist wichtig, um etwa Reparaturtrupps einweisen zu können oder Helferinnen und Helfer des Katastrophenschutzes zielgenau führen zu können. GPS-Empfänger, die mittlerweile in jedem Smartphone vorhanden sind, unterstützen die Lokalisierung von Verletzten. Häufig helfen auch Flugdrohnen, eine bessere Übersicht über die Schadenssituation zu gewinnen. In vielen Krisenfällen leistet KI einen wesentlichen Beitrag zur Aufbereitung und Analyse der oft großen Datenmengen. Bei der Störung von industriellen Lieferketten können etwa kritische Pfade erkannt und alternative Zulieferer oder Transportwege simuliert und verglichen werden. So werden Verzögerungen und Liefer- und Produktionsausfälle minimiert. Alle diese Anwendungen setzen im Krisenfall eine Vernetzung und Integration der unterschiedlichen Leitstellen und ihrer jeweiligen Datenquellen voraus, damit die Rettungskräfte etwa wissen, welche Kapazitäten in welchen Krankenhäusern für die Verletzten bereitstehen.

Eine besondere Herausforderung ist die ausfallsichere und verlässliche Kommunikation. Das betrifft sowohl die Verbindung der Retter untereinander und mit ihren Leitstellen als auch die Warnung der Bevölkerung. Beides muss sicher funktionieren, auch wenn das Festnetz ganz oder teilweise zerstört und das Mobilfunknetz überlastet ist.

Die digitale Transformation der zivilen Gefahrenabwehr

  • Die Nutzung digitaler Technologien wird von wenigen großen Vorreitern, wie den Berufsfeuerwehren und Werksfeuerwehren, vorangetrieben;
  • große Teile der Einsatzkräfte bei Feuerwehr, THW, DRK, DLRG und anderen Hilfsorganisationen verfügen noch nicht über moderne digitale Technik und
  • greifen auf eigene Geräte und private Software zurück.
  • Drohnen entwickeln sich zu einem wichtigen Werkzeug zur Lagebeurteilung.

Quellen:

5G-Campusnetze
O5G-N-IoT

Internationale Kooperationsprojekte
AIOLOS
CARNIVAL

KI-Innovationswettbewerb
CoyPu
DAKI-FWS
PAIRS
ResKriVer
SPELL

Smarte Datenwirtschaft
SmartSense&Rescue

Smart Service Welt II

LOUISE

Schaufenster Sichere Digitale Identitäten
ID-Ideal