AMCOCS

Additive Manufactured Component Certification Services

Anwendungsbereich: Produktion
Technologiebereich: Additive Fertigung

Im Projekt AMCOCS wird eine digitale Plattform entwickelt, die Prüf- und Zulassungsverfahren in der additiven Fertigung von Bauteilen, auch 3D-Druck genannt, verkürzt und so massiv Kosten einspart. Zwar wird die Plattform zunächst in der Luftfahrtindustrie erprobt, soll aber später branchenübergreifend eingesetzt werden können.

Ausgangslage
Bei der additiven Fertigung werden Bauteile auf Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten schichtweise aufgebaut, daher spricht man auch von 3D-Druck. Weil dieses Verfahren noch jung ist, fehlen ─ anders als bei klassischen Herstellungsverfahren ‒ bislang Erfahrungswerte, um Güte und Qualität von additiv gefertigten Bauteilen vorhersagen zu können. Deshalb dauert die Zertifizierung vergleichsweise lang, besonders in der streng regulierten Luftfahrtindustrie: Bis ein solches Bauteil zugelassen wird, vergehen heute im Schnitt anderthalb Jahre und es müssen rund 600 Proben dafür eingereicht werden.

Projektziel
Ziel von AMCOCS ist es, eine Plattform für digitale Prüf‐ und Zertifizierungsverfahren in der additiven Fertigung zu entwickeln und in der Luftfahrtindustrie zu testen. Diese Plattform erlaubt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) Vorhersagen über die Qualität eines Bauteils oder auch die Güte des gesamten Fertigungsprozesses. Dazu werden alle Daten des Herstellungsprozesses auf einer digitalen Plattform zusammenführt ‒ von Design über Konstruktion und Ausdruck bis hin zur Qualitätsprüfung. Diese werden mit historischen Daten aus der Materialforschung und laufend neu hinzugewonnenen abgeglichen. Mit Hilfe von KI-basierten Analyse-Algorithmen können Auffälligkeiten und Abweichungen von der Norm festgestellt werden, noch bevor das Bauteil gefertigt wird ─ so lassen sich Mängel frühzeitig vermeiden. AMCOCS lernt mit jeder Prüfung dazu, wodurch das Verfahren immer genauer wird.

Anwendung und praktischer Nutzen
Durch den Einsatz von AMCOCS verkürzt sich die Dauer der Prüfung und Zertifizierung eines additiv gefertigten Bauteils im Idealfall um zwei Drittel, wodurch sich die Kosten halbieren können. Die Plattform leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die additive Fertigung in der industriellen Produktion breiter zu verankern. Als herstellerunabhängige Plattform ist die Lösung nicht nur für die Luftfahrtindustrie, sondern branchenübergreifend geeignet, insbesondere für die Medizintechnik oder den Automobilbau.

Konsortium:
Elbe Flugzeugwerke GmbH (Konsortialführer), Software AG, IMA, Fraunhofer IVI, TU Dresden

Ansprechpartner

Elbe Flugzeugwerke GmbH

Dipl.-Ing. Alexander Knorr

01.02.2019-31.01.2022