Gesundheitswirtschaft

Die Gesundheitswirtschaft in Deutschland umfasst neben der stationären und ambulanten Gesundheitsversorgung, die durch Krankenhäuser, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen, Arzt- und Zahnarztpraxen, medizinische Versorgungszentren, Praxen der nicht-ärztlichen medizinischen Versorgung sowie durch Apotheken abgebildet wird, auch die industrielle Medizintechnik. Diese trägt durch die Entwicklung innovativer Hightech-Produkte sowie neuer Behandlungs- und Untersuchungsmethoden wesentlich zur Wertschöpfung der Gesundheitswirtschaft insgesamt bei. Dazu gehören neben herkömmlichen Medizinprodukten und Arzneimitteln auch innovative (digitale) Dienstleistungen rund um die Gesundheitsversorgung, Prävention und Wellness sowie Geräte und Anwendungen der digitalen Gesundheit. Auch die medizinische Biotechnologie, die sich mit der Entwicklung therapeutischer und diagnostischer Verfahren - von Biochips zur medizinischen Diagnostik über die personalisierte Medizin bis hin zur Arzneimittelherstellung und Gentherapie – befasst, zählt zu diesem Marktsegment.

Zahlen und Fakten

  • In der deutschen Gesundheitswirtschaft arbeiteten 2019 7,5 Mio. Menschen. Das ist jeder 6. Erwerbstätige in Deutschland.
  • Die Gesundheitswirtschaft trägt 12 Prozent zum nationalen BIP bei.
  • In 2019 entstanden durch die Gesundheitswirtschaft gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfungseffekte von 306,2 Mrd. Euro.
  • Der Gesundheitswirtschaft konnten in 2019 rund 8,3 Prozent der gesamtdeutschen Exporte zugeschrieben werden.
  • Das Marktpotential für eHealth wird bis 2030 auf 38 Mrd. Euro geschätzt, davon entfallen allein bis zu 3,6 Mrd. Euro auf die Telemedizin.

Quellen:

Die digitale Medizin

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist mit großem Potential verbunden. Digitalisierung meint in diesem Zusammenhang den Ersatz von Papierdokumentation und Kommunikation durch digitale Medien, IT-Unterstützung bei Diagnose und Therapie sowie den Einsatz digitaler Werkzeuge zur Erforschung und Entwicklung neuer Therapie- und Untersuchungsmethoden. Die Covid19-Pandemie hat eindrucksvoll aufgezeigt, wie instabil das deutsche Gesundheitswesen aufgebaut ist und wie sehr Informations- und Kommunikationstechnik helfen kann. Die Digitalisierung der Medizin und der Gesundheit, vor allem aber die Vernetzung der einzelnen Akteure sowie ein einheitlicher Datenaustausch haben auch positiven Einfluss auf Effektivität und Effizienz des Gesundheitswesens allgemein. Allerdings sind im Gegensatz zu anderen Digitalisierungsbranchen im Gesundheitswesen umfangreiche Voraussetzungen zu schaffen, um digitale Produkte sinnvoll und vor allem wirksam einzusetzen. Die sehr strengen Zulassungsverfahren, die den Gesundheitsmarkt hierzulande regulieren, stellen dabei viele Akteure der digitalen Gesundheitswirtschaft vor große Herausforderungen.

Kerntechnologien der digitalen Medizin

  • Datenanalyse sämtlicher Gesundheits-/Kranken-/Gerätedaten (Big Patient Data)
  • Künstliche Intelligenz für die Erkrankungs- bzw. Verlaufsvorhersage (Precision Medicine)
  • 5G/6G-Anwendungen zur mobilen Datenübertragung und Kommunikation
  • Echtzeitfähige Bild- und Signalanalyse sowie 3D-Visualisierung
  • innovative Metriken und Auswertungsverfahren für virtuelle Studien (virtual studies)

Quellen:

5G-Campusnetze
KLiNet5G
TICCTAC

Internationale Kooperationsprojekte
AIOLOS
NephroCAGE
5G-FORUM
5G-OR
5G4BP

KI-Innovationswettbewerb
AIQNET
EMPAIA
KI-Sigs

Smarte Datenwirtschaft
AIR_PTE
Telemed5000

Smart Service Welt II
Dace
HLAN
OP 4.1

Strategische Einzelprojekte
5GMedCamp
CLINIC 5.1
KI@Home

Schaufenster Sichere Digitale Identitäten
SDIKA