Nachhaltigkeit

Die Transformation der Marktwirtschaft hin zu einer ökologischen Wirtschaftsweise ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Dabei steht vor allem der nachhaltige Umgang mit endlichen und erneuerbaren Rohstoffen und natürlichen Ressourcen im Fokus. Sie sollen zukünftigen Generationen im gleichen Maße zur Verfügung stehen, wie dies heute der Fall ist. Zudem müssen Wirtschaftskonzepte kohlenstoffarm und klimaneutral gestaltet werden, um dem Klimawandel angemessen zu begegnen.

Mit den Zielen zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) bieten die Vereinten Nationen (UN), Politik und Wirtschaft einen Orientierungsrahmen für diesen Transformationsprozess. Neben ökologischen Werten werden dabei auch ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigt.

Zahlen und Fakten

  • Seit Beginn der Industrialisierung wurden in Deutschland ca. 4,6 % der globalen Treibhausgas-Emissionen verursacht.
  • Aktuell werden in Deutschland ca. 1,8 % der globalen, jährlichen Treibhausgas-Emissionen ausgestoßenen (Stand 2018). Zum Vergleich: China führt mit 27,5 % die Rangliste der größten Treibhausgasemittenten an, gefolgt von den USA (13,9 %), der EU-28 (7 %), Indien (6,4 %) und Russland (4,8 %).
  • Die deutschen Pro-Kopf-CO2-Emissionen liegen mit 8,5 t pro Jahr über dem globalen Durchschnitt von 4,9 t pro Jahr (Stand 2018).
  • In Deutschland beträgt der tägliche Rohstoffkonsum ca. 44 kg pro Kopf. Würden alle Menschen einen ähnlichen Lebensstil pflegen, wäre das globale Ressourcen-Budget für 2021 bereits im Mai aufgebraucht gewesen.

Quellen:

Digitale Technologien und Nachhaltigkeit

In vielen Branchen kann eine nachhaltige ökologische Wirtschaftsweise durch den Einsatz digitaler Technologien unterstützt und beschleunigt werden, etwa durch die Optimierung von Fertigungs- und Logistikprozessen, intelligentes Energiemanagement oder den Ersatz von Reisen durch Videokonferenzen.

Dem gegenüber steht der steigende Bedarf an Energie und Ressourcen, die für die Produktion und den Betrieb digitaler Geräte und Infrastrukturen benötigt werden. So wurde im Jahr 2018 z. B. 2,7 % des Strombedarfs der EU für Rechenzentren verbraucht. Der Verbrauch soll bis 2030 auf bis zu 3,2 % steigen. Auch für Herstellung und Einsatz digitaler Technologien selbst müssen daher nachhaltige Lösungen gefunden werden.

Anwendungen in der Praxis

  • In der Landwirtschaft wird der Einsatz von Saatgut, Dünger und Wasser über den Einsatz von Satellitendaten, Sensoren und IT gezielt auf die konkreten Boden- und Wetterverhältnisse abgestellt und so minimiert.
  • Die Auswertung von Betriebsdaten im produzierenden Gewerbe ermöglicht es, Fertigungsprozesse energieeffizienter zu gestalten und den Rohstoffeinsatz zu verringern.
  • In der Lebensmittelindustrie können durch den Einsatz von Datenanalyse und Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) Abfälle vermieden und somit natürliche Ressourcen eingespart werden.
  • Die Abwärme von Rechenzentren lässt sich als Fernwärme nutzen, und der Stromverbrauch kann durch den Einsatz energieoptimierter Hardware reduziert werden.

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