KliNet5G

Klinische Netzwerke via 5G

Projektbeschreibung
KliNet5G wird die Umsetzbarkeit einer 5G-basierten Netzinfrastruktur auf Basis von OpenRAN in Kliniken mit Medizintechnik-, Biosensorik- und Kliniklogistik-Anwendungen evaluieren. Technisch wird unter Verwendung des Baukastens aus den Leitprojekten mit einer zweistufigen Strategie ein klinisches 5G-Testfeld errichtet. Die Anwendungsfälle sind so ausgewählt, dass sie ein breites Spektrum der Leistungsparameter von 5G abbilden: von hoher Bandbreite, über geringe Latenz bis hin zu hohen Teilnehmerzahlen und sehr geringer Leistungsaufnahme. Durch die enge Verzahnung des Konsortiums mit dem Leitprojekt können frühzeitig Anforderungen zurückgespiegelt und neue Entwicklungen getestet werden. Die Pilotanwendungen werden jeweils von einem Industriepartner und einem universitären Partner entwickelt und gemeinsam mit der Klinik-IT und externen Experten evaluiert. Neben den technischen Anwendungen stehen auch Risikobetrachtungen, Zulassungsfähigkeit und mögliche Betreibermodelle im Fokus.

Marktperspektive und Produktversprechen
Verfügbare leistungsfähige Vernetzungstechnologien sind ein Treiber für die Entwicklung von mobilen Applikationen im Krankenhaus. Gleichzeitig geht der Trend innerhalb der Kliniken hin zu einer Flexibilisierung der Arbeitsumgebungen und damit zu veränderlichen Anforderungen an die bereitgestellten Infrastrukturen. Die 5G-Technologie deckt die neuen Anforderungen für Innovationen sowohl im Krankenhaus- als auch im Medizintechnik- und IT-Markt ab. Die am Projekt beteiligten Unternehmen entwickeln ihre Produkte substanziell weiter, um den neuen Anforderungen des Marktes besser gerecht zu werden und einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Es ist davon auszugehen, dass die Konzepte von KliNet5G auch auf weitere Bereiche, bspw. Versorgungszentren, mobile Patientenversorgung oder Pflege übertragbar sind. Die hohen Anforderungen und die Komplexität der Infrastrukturen sind enorme Hürden für die Etablierung von 5G im Gesundheitswesen. Die Konzepte und Anwendungen in KliNet5G sind ein entscheidender Impuls für die Transformation des Gesundheitsmarktes hin zur Nutzung moderner Kommunikationstechnologien. Diese Transformation wird Angebot und Nachfrage nach innovativen medizintechnischen Lösungen nachhaltig steigern und Unternehmen langfristige Marktperspektiven eröffnen.

Herausforderung und Innovation
Die Einführung einer neuen Kommunikationsinfrastruktur stellt im medizinischen Kontext eine große Herausforderung dar. Durch die hohen Anforderungen an Sicherheit und Stabilität bei gleichzeitig steigendem Bedarf an flexiblen Netzen können Anpassungen nur in enger Zusammenarbeit mit Klinikbetreibern, Herstellern von Medizinprodukten und den Bereitstellern der Netzwerkinfrastruktur geschehen. Mit dem Einsatz von Mobilfunktechnologie innerhalb von Kliniken ergeben sich neue Möglichkeiten der flexiblen Nutzung von Räumen und neue medizintechnische Anwendungen. Durch den Einsatz von OpenRAN kann neben der Stärkung der technologischen Souveränität auch eine höhere Flexibilität bei Auswahl und Einsatz der Netzwerkkomponenten erreicht werden. Als Ergebnis des Projektes werden die Technologien mittels Demonstratoren in die Klinikinfrastruktur integriert und gemeinsam mit den verschiedenen Stakeholdern evaluiert. Weiterhin entstehen Leitfäden für Hersteller von Medizinprodukten sowie für die Klinikbetreiber.

Use Cases
• Nachverfolgung von medizinischem Equipment innerhalb des Klinikgeländes
• Drahtlose Übertragung von Videodaten unter Beachtung der medizinischen Anforderungen (verlustfreie Übertragung, sehr niedrige Latenzen, hohe Auflösung)
• Biosensorik für ortsunabhängiges Patientenmonitoring
• Drahtlose Steuerung von Medizingeräten mit Echtzeitanforderungen

Alle Anwendungsfälle werden ganzheitlich betrachtet. Neben der technischen Umsetzung werden die Herausforderungen bei Betrieb und Zulassung adressiert.

Konsortium
Universitätsmedizin Leipzig (Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS) und Universitätsklinikum Leipzig AöR, Konsortialführer), Schölly Fiberoptic GmbH, steute Technologies GmbH, Inova DE GmbH, MotionMiners GmbH, TU Chemnitz (Lehrstuhl für Kommunikationsnetze), Universität Rostock (IMD)

Laufzeit
April 2022 – März 2025

Budget
Gesamtmittel: 4,1 Mio €
Fördersumme: 2,7 Mio €

Ansprechpartner

Universitätsmedizin Leipzig

Prof. Dr. Thomas Neumuth

T +49 341 97-12001