FreshAnalytics

Plattform zur KI-Optimierung der Lebensmittellieferkette von Produzent bis Konsument

Technologiebereich: Data & Service Management

FreshAnalytics entwickelt ein digitales Cloud-System, das die Lebensmittellieferung mittels künstlicher Intelligenz optimiert und so dazu beiträgt, die enorme Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen.

Herausforderung
Laut aktueller Studien landen in der Europäischen Union jährlich Lebensmittel im Wert von 143 Milliarden Euro im Abfall. Ein beträchtlicher Teil der Waren wird schon auf dem Weg zum Konsumenten vernichtet, weil die Lebensmittel nicht den strengen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entsprechen oder das Mindesthaltbarkeitsdatum durch Verzögerungen im Lieferprozess erreicht ist. Gleichzeitig hat sich die Bundesregierung im Einklang mit den UN-Nachhaltigkeitszielen verpflichtet, die Verschwendung von Lebensmitteln bis 2030 zu halbieren. Durch eine datenbasierte Optimierung der Lieferkette will FreshAnalytics dieses Ziel unterstützen.

Umsetzung
FreshAnalytics entwickelt eine Cloud-Anwendung, die es ermöglicht, Qualität und Lagerbedingungen einzelner Lebensmittel entlang der gesamten Lieferkette zu überwachen. Am Beispiel der ausgewählten Produkte Mangos, Trauben und Erdbeeren wird zudem eine lebensmittelspezifische Toolbox erstellt. Die Toolbox nutzt Daten der Lebensmittel-Lieferkette sowie nicht-zerstörender Qualitätsmessungen auf Basis optischer Methoden und ermittelt daraus praxisrelevante Qualitätsinformationen auf Produkt-, Chargen- oder Paletten-Ebene. Diese Informationen beinhalten zum Beispiel Angaben darüber, wie lange ein spezielles Produkt mit und ohne Kühlung verwertbar ist. Ein Datenwirtschaftssystem soll als digitale Plattform verschiedene Basisdienste bereitstellen; unter anderem ein einheitliches Datenmanagement, das diverse Daten aus verteilten Systemen, zum Beispiel Kühltemperaturen, Frischefaktoren oder Energieverbrauch, mit Hilfe von Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) analysiert. Daraus soll ein dynamisches Haltbarkeitsdatum für leicht verderbliche Lebensmittel ermittelt werden, das genau anzeigt, wie lange ein individuelles Produkt noch zum Verzehr geeignet ist. Darauf aufbauend wurden weitere datenbasierte Dienste erforscht und getestet, beispielsweise Module zur Abwicklung von Regressansprüchen oder zur Absatzsteuerung.

Im Rahmen eines umfangreichen, dreimonatigen Praxistests in einem Zentrallager einer führenden Lebensmittelkette wurden die Praxistauglichkeit sowie die spätere Verwertbarkeit des Ansatzes validiert. Darüber hinaus haben die Partner prototypisch eine App, die Verbraucherinnen und Verbrauchern detaillierte Angaben über Produkte liefert, umgesetzt. Anschließend wurde wissenschaftlich untersucht, wie eine solches Informationsangebot Konsumenten unterstützen kann, den persönlichen Umgang mit Lebensmitteln zu überdenken und so zu einer Reduzierung der Lebensmittelverschwendung beizutragen.

Anwendung und Nutzen
Die Lösung von FreshAnalytics soll dazu beitragen, die Verschwendung von Lebensmitteln sowohl entlang der gesamten Lieferkette als auch in den Haushalten zu vermindern. Einen Mehrwert bietet FreshAnalytics aber auch für den Handel, weil mit Hilfe der Plattform die Prozesse der Qualitätskontrolle optimiert werden können. Die zusätzlichen Qualitätsinformationen können sowohl für präzisere Absatzprognosen, aber auch für dynamische Preismodelle genutzt werden, die sich an der tatsächlichen Frische eines Produkts orientieren.

Konsortium
tsenso GmbH, arconsis GmbH, GS1 Germany GmbH, Universität Siegen, Technische Hochschule Deggendorf