iSLT.NET

Cluster: Logistik

Unternehmensübergreifendes Netzwerk für intelligente, modulare Sonderladungsträger

Kurzsteckbrief
iSLT.NET konzipiert, realisiert und evaluiert ein Netzwerk für intelligente, modulare Sonderladungsträger. Es entsteht eine unternehmensübergreifende, vernetzte IT- und Kommunikationsinfrastruktur, um mehr Transparenz über den Logistikprozess zu gewinnen. Außerdem werden neuen Geschäftsmodelle für die Nutzung von Ladungsträgern entwickelt. Durch die Re-Konfigurierbarkeit der Behälter entstehen innovative Betreibermodelle, wie beispielsweise Pooling, Pay-per-Use.

Ausgangslage
Ladungsträger können Kisten, Kartons, Paletten, Behälter oder Container sein. Für große, sperrige und sensible Bauteile wie beispielsweise Automotoren oder Antriebe im Maschinenbau kommen sogenannte Sonderladungsträger (SLT) zum Einsatz. Diese besitzen einen sehr geringen Standardisierungsgrad, da sie in einer vergleichbar geringen Stückzahl speziell für ein Bauteil bzw. eine Baugruppe angefertigt werden.
Aus Kostengründen bestehen SLT meistens aus einfachen, verschweißten Stahlkomponenten. Durch diese Konstruktionsweise gestalten sich ein Umbau oder eine Wiederverwendung für neue Bauteile und Baugruppen jedoch sehr schwierig. Bauteilspezifische SLT werden teilweise bereits nach drei bis vier Jahren Nutzungszeit, jedoch spätestens nach sieben bis acht Jahren verschrottet. Besonders die immer kürzeren Produktlebenszyklen in der Automobilbranche bedingen eine sehr kurze Nutzungsdauer der SLT. Somit entstehen bei jeder neuen Produktreihe hohe Investitionskosten. Häufig fehlt es Unternehmen zudem an einer vernetzten IT- und Kommunikationsinfrastruktur, um die Wege der Ladungsträger durchgängig nachverfolgen zu können. Durch diese Intransparenz können Ladungsträger im Werksgelände leicht abhandenkommen. Sie fehlen dann unter Umständen beim nächsten Transport eines Bauteils. Im schlimmsten Fall muss auf teure Einwegverpackungen zurückgegriffen werden, bis ein Ersatz-SLT besorgt wurde.

Ziel
Ziel des Projekts iSLT.NET ist es, ein Netzwerk für intelligente, modulare Sonderladungsträger zu konzipieren. Im ersten Schritt soll dabei ein standardisiertes Baukastensystem für SLT entstehen, welches eine branchenweite Wiederverwendung der Bausteine ermöglichen soll. Ziel ist es,
das Netzwerk so zu konzipieren, dass es auch auf andere Branchen übertragen werden kann.
Die SLT sollen mit einer funkbasierten Technologie ausgestattet werden, welche das dezentrale Sammeln und Abrufen von Daten ermöglichen soll. Die Datenverarbeitung im Kontext des Ladungsträgermanagements – etwa Ort, Beladungszustand, Temperatur, Erschütterung oder Defekte – soll in einem weiteren Schritt behandelt werden. Eine unternehmensübergreifende Nutzung dieser Daten soll mit einer Cloud ermöglicht werden. Auf Basis der Daten sollen neue Funktionen für die Beteiligten entstehen und somit ein Mehrwert für die gesamte Lieferkette geschaffen werden: Eine höhere Transparenz der Behälterwege als Basis für die Verbesserung der Ladungsträgerplanung sowie die Mengen- und Kostenreduktion stehen hier im Vordergrund. Das Netzwerk für SLT soll durch eine konsequente Modularisierung von Hardware und Dienstleistungen flexible Verrechnungsmodelle sowie eine hohe Skalierbarkeit der Nutzungsdauer und Anzahl der Ladungsträger im Produktkreislauf ermöglichen und somit ein komplett neuartiges Geschäftsmodell aufzeigen.

Praktische Anwendung
Durch die im Projekt iSLT.NET entwickelten Lösungen soll ein einheitlicher Standard für Ladungsträger in der Automobilindustrie geschaffen werden. Für die OEMs und Zulieferer in der automobilen Wertschöpfungskette lassen sich durch die Projektergebnisse Folgekosten bei der Behälterbeschaffung sowie Behälterverluste reduzieren. Zudem ermöglicht ein kurzfristiger Zugang zum Ladungsträgerpool eine flexible Reaktion auf Stückzahländerungen. Durch intelligente und modulare SLT erhöht sich die Transparenz in den Logistikprozessen entlang der Supply Chain erheblich, so dass signifikante Einsparungen erzielt werden. Ein Anwendungsszenario dient als Referenzanwendung, von der weitere Anwendungen für die Industrie abgeleitet
werden können.

Konsortium
GEBHARDT Logistic Solutions GmbH (Konsortialführer), BMW Group, Dräxlmaier Industrial Solutions GmbH, Fraunhofer – Arbeitsgruppe für Supply Chain Services, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Landshut, Technische Universität München