SAFESTREAM - abgeschlossen 07/25

Entwicklung und Demonstration eines Gesamtsystems zum Betrieb von elektrischen Kraftfahrzeugen mit autonomer Fahrfunktion in festgelegten Betriebsbereichen ohne Sicherheitsbegleiter

Safestream
© Safestream

Der Weg zu fahrerlosem ÖPNV
Hochautomatisiert fahrende Fahrzeuge sind in Deutschland bereits testweise im Einsatz. Bisher muss jedoch stets ein verantwortlicher Mensch zur Sicherheit mit an Bord sein. An dem Ziel komplett fahrerloser Fahrzeuge, etwa autonomer Shuttles im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), hat das Projekt SAFESTREAM in einer dreijährigen Forschungs- und Entwicklungsphase gearbeitet – und konnte wichtige Erfahrungen für einen sicheren Betrieb autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Raum sammeln. Mit SAFESTREAM sollte ein verlässliches und rechtskonformes Gesamtsystem entwickelt und erprobt werden, bestehend aus fahrerlosen Fahrzeugen und einer Technischen Aufsicht (TA). Die TA greift aus der Ferne über Videokameras und Steuerungssignale ein, wenn automatisierte Fahrzeuge an ihre Systemgrenzen stoßen und menschliche Entscheidungen erforderlich werden.

Zentrale Ergebnisse des Projekts
Das Projekt SAFESTREAM hat wesentliche Ergebnisse erzielt, die den künftigen Einsatz autonomen Fahrens unterstützen können. Dazu gehört die klare Definition der Interaktionsarchitektur: Sie beschreibt die Kommunikationswege zwischen fahrerlosen Fahrzeugen und der TA gemäß der AFGBV (Autonome-Fahrzeuge-Genehmigungs-und-Betriebs-Verordnung). Diese Architektur wurde erfolgreich in realitätsnahen Szenarien auf Testflächen in Monheim und Kelheim prototypisch umgesetzt und demonstriert – unterstützt von den Projektpartnern T-Systems und der TU München. Außerdem wurden die Anforderungen und Funktionsweisen der TA umfassend analysiert, um eine konkrete Umsetzung bei der Verfügbarkeit geeigneter Fahrzeuge zu ermöglichen. Tools und Verfahren für Genehmigungsprozesse sowie wirtschaftliche Betriebsmodelle wurden ebenfalls entwickelt und werden zukünftigen Projekten im Bereich des autonomen Fahrens zugutekommen.

Herausforderungen auf dem Weg zu den Projektzielen
Das Projekt sah sich mehreren Herausforderungen gegenüber, die aus technischen, wirtschaftlichen und marktpolitischen Faktoren resultierten. Ein zentrales Problem war das Fehlen geeigneter Fahrzeugplattformen in Europa – insbesondere zertifizierte Brems- und Lenksysteme, die für eine Zulassung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erforderlich sind. Darüber hinaus erschwerten makroökonomische Rahmenbedingungen die Finanzierung autonomer Lösungen. Große Automobilhersteller zeigten zudem Zurückhaltung gegenüber Level-4-Technologien, da sie diese als potenzielle Konkurrenz zu ihrem Kerngeschäft ansehen. Diese Herausforderungen müssen gemeistert werden, um in Zukunft autonome Fahrzeuge ohne Sicherheitsfahrer in deutschen Gemeinden einsetzen zu können.

Die Ergebnisse von SAFESTREAM liefern gleichwohl wichtige Bausteine für den künftigen Betrieb autonomer Shuttles in Deutschland. Die grundsätzliche technologische Funktionalität konnte gezeigt, sowie die normativen und regulatorischen Anforderungen adressiert werden. Künftig können die Bausteine in ein Gesamtsystem implementiert und auf unterschiedliche Anwendungsszenarien im Realbetrieb übertragen werden.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

Ansprechpartner

Arwed Schmidt

EASYMILE GmbH

T +49 174 9763494