Eaasy System - abgeschlossen 03/25

Electric Adaptive Autonomous Smart Delivery System

Logo des Projekts Eaasy System

Das Projekt Eaasy System verfolgt das Ziel, elektrische Lastenräder mit automatisierten Fahrfunktionen zu entwickeln, die eine umweltfreundliche Zustellung von Gütern für den Einsatz in der sogenannten „letzten Meile“-Logistik ermöglichen. Mit dieser Neuentwicklung soll die Flexibilität konventioneller Lastenräder mit den ergonomischen Vorteilen und schlanken Zustellprozessen von Zustellrobotern (Follow-Me) verbunden werden. Die Fahrfunktionen der automatisierten Lastenräder werden dafür auf unstrukturierte Verkehrssituationen ausgerichtet und mit einer sogenannten Come-With-Me Funktion ausgestattet – eine intuitive Sprachsteuerung, über die Zusteller das Fahrzeug dirigieren können. Damit soll die Logistik insgesamt nachhaltiger werden, die körperliche Belastung der Zusteller sinken und die Zustellung von Gütern deutlich beschleunigt werden.

Zentrale Ergebnisse des Projekts
Das Projekt Eaasy System hat erstmals ein E-Lastenrad mit automatisierten Fahrfunktionen und sprachgesteuerter „Come-With-Me“-Funktion realisiert, durch die das Lastenrad die zustellende Person selbständig begleitet oder ihr folgt. Anwendungsfälle umfassen unter anderem die Zustellung auf der letzten Meile im urbanen Raum, wie Paketsendungen und Briefpost. Der Prototyp wurde erfolgreich im Feldtest in Magdeburg eingesetzt.

Im Vergleich zu Fahrzeugen ohne Automatisierung oder reiner „Follow-Me“-Funktion bietet Eaasy System einen hybriden Ansatz aus automatisiertem und manuellem Fahrmodus. Im automatisierten Modus, der „Come-With-Me-Funktion“, begleitet das Fahrzeug die Nutzenden automatisiert bei einer Geschwindigkeit bis zu 6 km/h. Bei vielen nah beieinander liegenden Stopps entfällt dadurch das häufige Auf- und Absteigen. Damit werden die körperliche Belastung für den Nutzer und die Zustellzeiten auf der letzten Meile deutlich gesenkt. Bei längeren Strecken kann das Lastenrad manuell mit elektrischer Unterstützung und einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h gefahren werden.

Technisch umfasst das System automatisierte Fahrfunktionen mit Geschwindigkeiten von bis zu 6 km/h auf Geh- und Radwegen mit einer Objekterkennung zum Schutz von anderen Verkehrsteilnehmern. Die intuitive Sprachsteuerung ist mit Fahrzeug- und Logistiksystemen verbunden, während die IKT-Integration Touren- und Auftragsverwaltung sowie ein webbasiertes Tool für simulationsgestützte Einsatzplanung bietet. Die enge Verzahnung von Fahrzeugtechnik, fahrzeugspezifischer Software, Sensorik, Interaktion und Logistiksystemintegration hat zu optimierten Ergebnissen geführt und weist bereits heute in die Zukunft: Antriebs- und Lenksystem, Sensorik, Sprachsteuerung und Logistikmodul werden für den robusten Alltagsbetrieb optimiert oder in Folgeprojekten weiterentwickelt.

Die Automatisierung durch die „Come-With-Me“-Funktion ist heutzutage relevanter denn je. Der Einsatz von Lastenrädern bei der Zustellung auf der letzten Meile erlaubt das Befahren von Bereichen, die für PKW und Transportern gesperrt oder nicht zugänglich sind. Weiterhin ist für das Führen eines Lastenrades kein Führerschein erforderlich. Durch den kombinierten Betrieb des automatisierten Modus bis maximal 6 km/h, sowie als herkömmliches E-Lastenrad mit bis zu 25 km/h ohne Automatisierung ist es möglich, das Lastenrad weiterhin als Fahrrad einzuordnen.

Fortgesetzte Kooperation und Ausgründungen
Für die universitären Partner wird eine Ausgründung umgesetzt, um die automatisierten Fahrfunktionen weiter zu professionalisieren. Das Planungstool und der Leitfaden zur IKT-Integration bieten direkten Mehrwert für andere Logistikdienstleister. Die entstandenen Kooperationen werden fortgeführt. Sie sind Basis für Anschlussprojekte sowie die weitere Verbreitung der Technologie im Logistiksektor.

Das System ist so konzipiert, dass es sich in bestehende Prozesse verschiedener Dienstleister und elektrische Lastenräder integrieren lässt. Damit das Eaasy System flächendeckend in der urbanen Logistik etabliert werden kann, sind jedoch weitere Schritte notwendig: Die Prototypen müssen zur Serienreife gebracht und für den robusten Alltagsbetrieb optimiert werden. Zudem sind klare, praxisnahe rechtliche Rahmenbedingungen erforderlich – insbesondere hinsichtlich Zulassung, Betrieb und Datenschutz.


3 Fragen, 3 Antworten – Interview mit Tom Assmann und Andreas Scholz, Projekt Eaasy System

Weiterführende Informationen

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Ansprechpartner

Torsten Kniep

Marketing Service Magdeburg KG

T 49 391 5999-351