MAD Urban - abgeschlossen 09/25

Managed Automated Driving im urbanen Raum

Ziel des Vorhabens ist es, die Sensorik zur vollständigen Steuerung und Regelung automatisierter Fahrzeuge in die Infrastruktur auszulagern, da rein fahrzeugbasierte Automatisierungslösungen die komplexe Verkehrssituationen in Städten nicht vollständig beherrschen können. Hierzu soll das Projekt MAD Urban grundsätzlich einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb von automatisierten Fahrzeugen im urbanen Raum mit der Realisierung sowie Erprobung von infrastrukturbasierten lokalen Sensor- und Kommunikationseinheiten erstmals ermöglichen. Die Machbarkeit soll in zwei Feldversuchen demonstriert und mit dem innovativen Fahrzeugkonzept „U-Shift“ für verschiedene Anwendungsfälle erprobt werden.

Zentrale Ergebnisse des Projekts
Das Projekt MAD Urban hat den Nachweis erbracht, dass automatisiertes Fahren im städtischen Raum sicher und wirtschaftlich möglich sein kann, wenn wesentliche Automatisierungsfunktionen aus den Fahrzeugen in die Infrastruktur verlagert werden. Mit dem Konzept des „Managed Automated Driving“ (MAD) wurde ein innovativer Ansatz entwickelt: Anstelle fahrzeugbasierter Systeme übernimmt die digitalisierte Verkehrsinfrastruktur am Straßenrand Aufgaben wie Objekterkennung, Fahrwegplanung und Situationsbewertung. Beispielhaft wurde dies im Realbetrieb an einer mit Sensorik und Edge-Rechnern ausgestatteten Kreuzung in Braunschweig sowie auf der EUCAD 2025 in ISPRA (Italien) gezeigt.

Das System nutzt ein flexibles Software- und Steuerungskonzept, bei dem zentrale Funktionen des Automatisierungs-Stacks, je nach Situation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur verschoben werden können. Durch Verlagerung der Technologie vom Fahrzeug in die Infrastruktur können neben einer effizienten Steuerung insbesondere auch Gefahrensituationen großflächig(er) und frühzeitig(er) erkannt werden, wodurch die Sicherheit des autonomen Fahrens signifikant erhöht wird. Dadurch entsteht ein skalierbares Modell, das sich für unterschiedliche Anwendungen – vom öffentlichen Verkehr bis zur urbanen Logistik – anpassen lässt. Die Industrie- und Forschungspartner im Vorhaben entwickelten dafür neue Sensorik-, Software- und Sicherheitskomponenten und stellten die Interoperabilität zwischen verschiedenen Testfeldern sicher.

Die Ergebnisse eröffnen Chancen für eine breitere Nutzung: Durch die Bündelung teurer Komponenten in der Verkehrsinfrastruktur lassen sich Investitions- und Betriebskosten deutlich senken, wodurch ein wirtschaftlicher Einsatz für Kommunen, Verkehrsunternehmen und Flottenbetreiber möglich sein kann. Gleichzeitig reduziert sich die technische Komplexität hochautomatisierter Fahrzeuge, was ebenfalls zu einer deutlichen Reduktion der Produktions- und Betriebskosten führt. 

Langfristig unterstützt MAD Urban die Vision einer sicheren und gleichzeitig auch wirtschaftlichen Elektromobilität insbesondere in urbanen Räumen. In einem nächsten Schritt soll das im Projekt entstandene Konzept „MAD Ecosystems“ realisiert werden; mit dem ambitionierten Ziel, rund um den MAD-Stack eine übergreifende Automatisierungs-Plattform für Europa zu schaffen.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen

Ansprechpartner

Jürgen Weimer

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) in der Helmholtz-Gemeinschaft
Institut für Fahrzeugkonzepte

T +49 711 6862-540