ARIKI
Automatisierte Remote Inspektion von kritischer Infrastruktur durch intelligente Kamerasysteme
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Kommunale Wasserbetriebe kämpfen mit Personalengpässen, steigendem Prüfaufwand und einem wachsenden Sanierungsstau. Deshalb hat ARIKI ein KI-gestütztes Fernüberwachungssystem für wasserwirtschaftliche Anlagen wie Regenüberlaufbecken, Pumpwerke oder Kläranlagen entwickelt. Intelligente Kameras analysieren Bilddaten direkt vor Ort und erkennen automatisch Veränderungen. So werden Routineinspektionen reduziert und Betriebsteams gezielt unterstützt.
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Ausgangslage
Die Wasserwirtschaft in Deutschland gerät immer mehr unter Druck: Viele Anlagen sind abgelegen und nur über lange Anfahrten erreichbar, müssen aber regelmäßig kontrolliert werden. Umweltauflagen und Dokumentationspflichten steigen. Und im KRITIS-Dachgesetz, das der Bundestag im Januar 2026 verabschiedet hat, ist der Sektor Wasser ausdrücklich als kritische Infrastruktur erfasst: Betreiber der Wasserversorgung werden zu Risikoanalysen und einem Störungsmonitoring verpflichtet, um Abwehrfähigkeit und Resilienz zu stärken.
Das erhöht die Prüfzyklen – und damit die Belastung für die kontrollierenden Teams. Und die werden in den nächsten Jahren spürbar kleiner, da viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen.
Ergebnisse
Derzeit verbringen Mitarbeitende viele Stunden auf Kontrollfahrten, oft um festzustellen, dass alles in Ordnung ist. Hier hat ARIKI angesetzt und ein KI‑basiertes System für die automatisierte Ferninspektion wasserwirtschaftlicher Anlagen entwickelt. Statt Videomaterial zentral zu sammeln und manuell auszuwerten, analysiert ARIKI Bilddaten direkt vor Ort per Edge Computing. Intelligente Kameras erkennen Veränderungen wie ungewöhnliche Wasserstände, Ablagerungen oder bauliche Auffälligkeiten. Nur relevante Ereignisse werden in das auf Basis der gesetzlichen Inspektionsprozesse entwickelte Portal übertragen – datensparsam, sicher und unabhängig von stabilen Netzverbindungen. Datenschutz ist integraler Bestandteil: Rollenbasierte Zugriffsrechte stellen sicher, dass Betreiber, Verwaltungen und Administratoren nur die jeweils relevanten Informationen sehen.
Das Portal liefert priorisierte Hinweise mit konkreten Handlungsempfehlungen, das erleichtert Einsatzplanung und Reaktionsfähigkeit. Beispielsweise beim Rückstau an einem Regenüberlaufbecken: Die Kamera erkennt, wenn der Wasserstand ungewöhnlich lange hoch bleibt – und löst eine Warnung aus. In Pilotprojekten wurde die Lösung unter realen Bedingungen an mehreren kommunalen Standorten geprüft. Entscheidende Kriterien waren die Robustheit der Hardware (Witterung, Vandalismus), die Verlässlichkeit der Erkennung und eine einfache Bedienung mit dem Ziel, den Betrieb spürbar zu entlasten. Erste Pilotanwendungen zeigen, dass sich Kontrollfahrten zu abgelegenen Anlagen deutlich reduzieren lassen. Gleichzeitig können Störungen früh erkannt werden, etwa durch ungewöhnliche Wasserstände oder Ablagerungen.
Das Portal trägt so zur Arbeitsentlastung bei. Erste Schätzungen zeigen, dass Kommunen durch Monitoring entlegener Anlagen jährlich mehrere Tausend Euro an Betriebskosten sparen können: durch geringeren Treibstoffverbrauch, weniger Personaleinsatz und frühzeitig vermiedene Reparaturen.
Verwertungsperspektiven
Das Portal, das im Projekt ARIKI entwickelt wurde, ist modular aufgebaut, für alle Arten von intelligenter Remote-Inspektion geeignet und kann auch auf andere Branchen und Use Cases übertragen werden, zum Beispiel auf die Abwasserbehandlung der chemischen Industrie, auf Schwerindustrie, Öl- und Gasindustrie, Windenergie (on- und offshore) und Stromnetze.
Kameras, Auswertemodul, Dashboard und Schnittstellen lassen sich für Pumpwerke, Kläranlagen oder komplexe Netze anpassen. Betreiber wasserwirtschaftlicher Anlagen, die sich für das Portal interessieren, können sich direkt mit ARIKI in Verbindung setzen.
Konsortium
Schirra IT GmbH (Konsortialführer), August-Wilhelm Scheer Institut für digitale Produkte und Prozesse gGmbH