LieferBotNet - abgeschlossen 02/25
Eine Infrastruktur für den vernetzten urbanen Transport
Das Projekt LieferBotNet hat die Entwicklung und Erprobung eines offenen, modularen IKT- Systems zum Ziel, welches unterschiedliche Verkehrsträger zu einem logistischen Gesamtsystem verknüpft. Im Vorgängerprojekt Liefer-Bot-E wurde ein autonomer Lieferroboter als Prototyp für die nachhaltige, autonome Ver- und Entsorgung entwickelt. Übergreifende Ziele des Projekts sind die Entlastung des innerstädtischen Verkehrs mittels Bündelung von Ressourcen, die Einbindung von Crowdworkern, das Integrieren von bisher geschlossenen Transportsystemen einzelner Anbieter sowie die Flexibilisierung der Systeme für zukünftige Neuentwicklungen. Zudem soll ein integriertes Gesamtsystem für die autonome Belieferung urbaner Zentren und für den ländlichen Raum entwickelt werden. Ergebnis des Projekts soll eine digitale Planungsplattform und eine Crowdworking- App sein. Alle Komponenten sollen anschließend in einen kontinuierlichen Praxistestbetrieb übergehen.
Zentrale Ergebnisse des Projekts Die Projektergebnisse finden bereits im IKT-EM-Projekt Medicar 4.0 sowie in weiteren Forschungsprojekten Anwendung. Die Erkenntnisse aus der Plattformentwicklung werden u. a. für die weitere Beforschung von Routen- und Tourenplanung sowie für die KI-gestützte Anomalie-Erkennung im Fahrbetrieb des Lieferroboters genutzt. Zudem tragen die gewonnenen Erkenntnisse, insbesondere aus der Entwicklung des modularen Lieferroboters, maßgeblich zur Weiterentwicklung autonomer Lieferfahrzeuge für den Outdoor-Bereich bei, welche perspektivisch kommerzialisiert werden sollen. Aktuell liegt der Fokus allerdings auf dem Einsatz im nicht-öffentlichen Bereich, z.B. auf Werksgeländen. Neben regulatorischen Hürden in Bezug auf ungeklärte Zuständigkeiten (das KBA verantwortet aktuell lediglich autonome Fahrzeuge bis zum SAE-Level 3), insbesondere bei der Zulassung und dem Einsatz von autonomen Lieferrobotern im öffentlichen Raum, fehlt bislang noch der Markt. Das Produkt ist aufgrund der fehlenden Nachfragemenge noch zu teuer. Eine Lösung für mehr Wirtschaftlichkeit könnte darin liegen, Lieferrobotern in Zukunft neben dem Pakettransport weitere Aufgaben wie bspw. den Abtransport von Abfällen zuzuteilen. Ein alternativer Ansatz wäre die Einbeziehung der Kommunen, um diese darüber entscheiden zu lassen, welche Transportdienstleister in welchen Stadtgebieten zuständig sind. Die gewonnenen Projektergebnisse tragen zu der Vision einer flexiblen, emissionsärmeren und kostengünstigeren Lieferlogistik bei, die durch die Verknüpfung unterschiedlicher Anbieter, Modi und Fahrzeugtypen erreicht werden kann. Für eine Verbreitung des Systems sind jedoch noch Betreibermodelle zu entwickeln sowie regulatorische Verantwortlichkeiten für den Einsatz der autonomen Lieferroboter im öffentlichen Raum zu klären. |