Meldung
10.04.2025
Der GreenTech Innovationswettbewerb auf der HANNOVER MESSE 2025
„Shaping the future with technology“ lautete das Motto der HANNOVER MESSE 2025 und war damit wie gemacht für die Präsentation und Diskussion zu fast einem Viertel der Projekte im BMWK-Technologieprogramm GreenTech Innovationswettbewerb.

(von rechts nach links): Cicy K. Agnes (Projekt ESCADE), Thomas Kuhn (Projekt greenProd), Hannah Stein (Projekt ESCADE), Dominik Voigt (Projekt PredictECO), Anne-Kathrin Richter (Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz), Dr. Oliver Lohse (Projekt PredictECO), Sebastian Karnapp (Projekt CliCE-DiPP), Dr.-Ing. Daniel Fuhrländer-Völker (Projekt CliCE-DiPP), Dr. Stefanie K. (Begleitforschung des GreenTech Innovationswettbewerbs)
© BMWK
Künstliche Intelligenz ist derzeit nicht nur für gesellschaftliche Meinungsbildner und die politische Regulatorik im Alltagsleben das Thema der Stunde. Auch hinter den Toren von Werkshallen und Entwicklungslaboren ist die fachliche Debatte von der Frage geprägt, wie Algorithmen die industrielle Wertschöpfung der Zukunft prägen werden oder bereits prägen. „Green AI, Brown AI or No AI?“ lautete somit die Fragestellung der GreenTech-Begleitforschung vor dem diesjährigen HANNOVER MESSE-Podium. In der Diskussion zwischen Dr. Stefanie Kunkel (RIFS Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit, Begleitforschung), Hannah Stein (Projekt ESCADE) und Dr. Thomas Kuhn (Projekt greenProd) ging es um die Rolle von Künstlicher Intelligenz für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der deutschen und europäischen Wirtschaft.
Im Nachgang der Messe resümierte Hannah Stein vom Projekt ESCADE mit Blick auf die Relevanz der diskutierten Fragestellungen: „Von der Hannover Messe nehmen wir insbesondere mit, wie relevant es für die Industrie ist, Nachhaltigkeit mit Wirtschaftlichkeit zu verbinden. Mit unserem Prototyp EAVE, der ein Dashboard der Energieeffizienzanalyse von KI-Algorithmen in Rechenzentren liefert, können wir hierzu einen Beitrag leisten. Mit zunehmendem Wettbewerbsdruck, Digitalisierung und der Einhaltung von Klimazielen können wir den Mittelstand durch energie- und kosteneffiziente KI-Algorithmen dabei unterstützen, wettbewerbsfähig zu bleiben.“
„Shaping the future with technology“ – mit vielfältigen GreenTech-Lösungen
Demonstratoren von Digitalen Zwillingen dienen in zahlreichen Projekten des GreenTech Innovationswettbewerbs der Sichtbarmachung von Energie- und Ressourcen-Einsparpotenzialen. Die Frage, wie Nachhaltigkeit durch digitale Technologien messbar wird, konnte im Rahmen der HANNOVER MESSE auch durch die vor Ort vertretenen Projekte für das angereiste Fachpublikum veranschaulicht werden. Disziplinübergreifend war der vom BMWK initiierte Gemeinschaftsstand in Halle 2 wie bereits in den Vorjahren auch dieses Mal Forum für persönliche Gespräche und die Demonstration von bereits entwickelten Clickdummies, Visualisierungen und Projektfilmen.
Projektverantwortliche blicken auf die HANNOVER MESSE zurück
Ob bei der BMWK-Messepräsenz, am Stand der Fraunhofer-Gesellschaft oder auf dem Sustainable Supply Forum der HANNOVER MESSE: Mit den Projekten ESCADE, CO2ptiMat, CliCE-DiPP, greenProd und PredictECO war insgesamt fast ein Viertel der insgesamt 21 seit dem Jahr 2023 geförderten Vorhaben in Hannover vertreten und konnten erste, vielversprechende Zwischenergebnisse ihrer bald zweijährigen Forschungen zum Einfluss von Technologien auf nachhaltigere industrielle Verfahren präsentieren.
So zeigte PredictECO eindrucksvoll, wie ein grüner digitaler Zwilling die Produktion von Faserverbundbauteilen in der Luftfahrt- und Automobilindustrie nachhaltiger gestalten kann. „PredictECO setzt einen grünen digitalen Zwilling ein, um die Produktion [...] nachhaltiger zu gestalten. [...] Der grüne digitale Zwilling trägt zur Entwicklung nachhaltigerer Produkte bei, indem er wichtige Nachhaltigkeitsindikatoren sichtbar und nutzbar macht“, erklärte Oliver Lohse, Projektleiter von PredictECO.
Auch die Verantwortlichen des Forschungsprojekts greenProd demonstrierten praxisnah, wie CO₂-Emissionen entlang von Lieferketten produktfein erfasst und analysiert werden können. „Im Projekt greenProd realisieren wir dafür mit grünen Digitalen Zwillingen eine niedrigschwellige Lösung“, betonte Thomas Kuhn am Stand der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Interesse an der Lösung und den zugehörigen Anwendungen war entsprechend groß.
Das Projekt CliCE-DiPP wiederum nutzte das fachliche Interesse im Messeumfeld, um sich in aktuelle Debatten rund um den digitalen Produktpass aktiv einzubringen. „Die Diskussionen rund um den digitalen Produktpass in Datenökosystemen waren besonders spannend und lieferten wertvolle Impulse für unsere Forschung“, so Sebastian Karnapp im Rückblick auf die Messetage. Der große Andrang am Demonstrator zeigte deutlich das Interesse an einem der zentralen Zukunftsthemen nachhaltig produzierender Industrie.
Bereits im Mai: Wiedersehen beim Demo Day Green Tech in Berlin
Alle fachlich Interessierten, die es in diesem Jahr nicht persönlich nach Hannover geschafft haben, sollten sich den 20. Mai 2025 bereits jetzt im Kalender markieren. Das Forum Digitale Technologien wird dann Gastgeber des diesjährigen Demo Day Green Tech und zahlreiche praxisnahe Einblicke sowie Raum für Diskussionen zu insgesamt sieben Projekten bieten.