Meldung
06.10.2025

Demo Day "Autonom & Intelligent – Innovationen für die Elektromobilität von morgen"

Ein Demo Day mit innovativen Lösungen aus dem Technologieprogramm "IKT für Elektromobilität"

Beim Demo Day präsentierten sechs Forschungsprojekte ihre innovativen Ansätze für die Elektromobilität von morgen. Interaktive Demonstratoren zeigten, wie Automatisierung, Robotik und digitale Infrastrukturen Mobilität neu gestalten. 

Demo Day im FDT-Showroom
Demo Day im FDT-Showroom
© Zum goldenen Hirschen
Demo Day IKT

Hier gelangen Sie zur Agenda der Veranstaltung. 

Am 24. September 2025 stand der Showroom des Forum Digitale Technologien in Berlin ganz im Zeichen der Zukunft der Mobilität. Der Demo Day „Autonom & intelligent – Innovationen für die Elektromobilität von morgen“ brachte Fachpublikum aus Forschung, Wirtschaft, Verbänden und Politik zusammen, um über die nächsten Schritte hin zu einer vernetzten, elektrifizierten und zunehmend autonomen Mobilität zu diskutieren. Ausgerichtet vom Forum Digitale Technologien in Kooperation mit der Begleitforschung des Technologieprogramms IKT für Elektromobilität wurde an diesem Nachmittag deutlich, wie sehr sich die Diskussion inzwischen von der reinen Machbarkeitsfrage hin zu Umsetzungsfragen der Skalierung, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit verlagert. 

Ein neues Mobilitätssystem entsteht 

Eröffnet wurde der Demo Day von Christian Liebich, Referat Entwicklung digitaler Technologien im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. In seiner Begrüßung hob er die strategische Bedeutung von Forschung und Förderung neuer Technologien und Konzepte im Bereich der Elektromobilität hervor und machte deutlich, dass Innovationen in diesem Feld nicht isoliert betrachtet werden können, sondern Teil einer umfassenden Transformation des gesamten Mobilitätssystems sind. Daran knüpfte das Panel „Autonome E-Mobilität der Zukunft – Technik, Treiber, Transformation“ an, das den Blick über die reine Fahrzeugtechnik hinaus richtete und die Frage in den Mittelpunkt stellte, wie sich ein neues, vernetztes Mobilitätssystem gestalten lässt. 

Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), betonte, dass automatisierte Mobilität dort einspringen könne, wo Busse oder Bahnen an ihre Grenzen stoßen – und damit die starre Trennung von Individualverkehr und ÖPNV zunehmend verschwimme. Seine Einschätzung machte klar, dass automatisierte Angebote vor allem an den Schnittstellen bestehender Systeme an Bedeutung gewinnen werden. Sandra van Tongern, Head of Sales bei Holon griff diese Perspektive aus Anbietersicht auf und beschrieb, wie die nächste Generation Mobilität vermutlich ganz anders erleben wird als heute – so selbstverständlich und nahtlos verfügbar, dass ein eigener Führerschein vielleicht gar nicht mehr nötig sei. 

Auch die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen wurden angesprochen. Matthias Hartwig, Stellvertretender Geschäftsführer und Bereichsleiter Mobilität am Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) hob hervor, dass Deutschland derzeit über einen vergleichsweise guten Rechtsrahmen verfüge, der ein „Fenster für Chancen“ öffne. Die Forschung müsse dieses Zeitfenster nutzen, um Technologien in den Betrieb zu überführen. Dr. Jan Grippenkoven, Abteilungsleiter beim Institut für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erinnerte in der Diskussion daran, dass gleich drei Transformationen parallel gedacht werden müssten: die Mobilitätswende, die Antriebswende und die Lenkwende. 

Das Panel zeigte, dass die technischen Grundlagen weitestgehend vorhanden sind – die entscheidende Herausforderung liegt nun darin, tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln und Datenschnittstellen zu standardisieren. Cybersecurity und Resilienz der Systeme gegenüber Störungen und Angriffen ist als Grundvoraussetzung in allen Konzepten mitzudenken. 

Technik, die Zukunft greifbar macht 

Nach den Impulsen aus dem Panel öffnete sich der Blick auf die Praxis: Vertreterinnen und Vertreter aus sechs Forschungsprojekten präsentierten ihre Demonstratoren. Inmitten von Robotik, Sensorik und Livestreams aus digitalen Plattformen konnten die Gäste vor Ort erleben, wie Elektromobilität schon heute erprobt wird. Dabei konnten sich die Gäste ein eigenes Bild davon machen, welche der vorgestellten Lösungen in verschiedenen Einsatzszenarien das größte Umsetzungspotential haben. 

Den Auftakt machte ChargePAL. Das Projekt stellte einen autonomen Laderoboter vor, der demonstrierte, wie Ladeinfrastruktur künftig aussehen kann: flexibel, mobil und unabhängig von festen Säulen. Mit einer integrierten Hochleistungsbatterie ausgestattet, bewegte sich das System selbstständig zwischen den Ladepunkten, brachte mobile Energiemodule direkt an den Stellplatz und schloss sie automatisch an. Damit wurde klar, wie sich Ladeprozesse im Prinzip in Zukunft effizienter, kostensparender und vor allem skalierbarer gestalten lassen – ein Konzept, das besonders für große Parkflächen oder Flotten ganz neue Perspektiven eröffnet. 

Neue Wege in der urbanen Logistik 

Einen gänzlich anderen Zugang zur Elektromobilität zeigte das Projekt HitchhikeBox. Hier präsentierte sich ein System, bei dem Lieferboxen automatisiert ihren Transportweg entlang bestehender Personenfahrten vollziehen. Mit Hilfe einer KI-basierten Plattform können Sendungen in bereits vorgeplante Fahrten integriert werden, sodass keine zusätzlichen Emissionen entstehen. Die Demonstration verdeutlichte, wie sich Personen- und Warentransporte intelligent bündeln lassen, um Verkehrsflüsse effizienter zu gestalten. 

Auch LieferBotNet rückte die urbane Logistik in den Mittelpunkt. Vorgestellt wurde ein modularer Lieferroboter mit omnidirektionalem Fahrwerk und KI-gestützter Sensorfusion zur sicheren Personenerkennung. Im Vorführbetrieb wurde beschrieben, wie solche Systeme langfristig in eine größere, vernetzte Transportinfrastruktur integriert werden können – zunächst auf Industriearealen, künftig aber auch im öffentlichen Raum. 

Automatisierter Nahverkehr am Stadtrand 

Mit dem Projekt ABSOLUT II rückte die Weiterentwicklung des automatisierten ÖPNV in suburbanen Regionen in den Fokus. Erstmals wurde dabei im Modellversuch auf den Sicherheitsfahrer im Fahrzeug verzichtet und stattdessen eine zentrale technische Aufsicht in einer Leitstelle eingesetzt. Damit entstehen neue Möglichkeiten, Stadtrandgebiete wirtschaftlich mit Kleinbussen zu erschließen – genau dort, wo klassische Linienverkehre oft nicht rentabel betrieben werden können. 

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt SAFESTREAM, dass ein vollständiges IKT-System für den autonomen Shuttle-Betrieb ohne Begleitperson entwickelt. In Pilotregionen wie Kelheim und Monheim am Rhein sollen die Konzepte in den Realbetrieb überführt und auf ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit hin geprüft werden. 

Sensorik in der Infrastruktur 

Einen ungewöhnlichen, aber zukunftsweisenden Ansatz stellte MAD Urban vor. Das Projekt verlagerte die Steuerung nicht ins Fahrzeug, sondern in die städtische Infrastruktur. Feste Sensorsäulen erfassen den Verkehr und leiten Fahrzeuge durch komplexe Kreuzungsbereiche – im Pilotprojekt etwa in Braunschweig. Die Demonstration führte vor, dass diese Auslagerung rechenintensiver Funktionen in die Infrastruktur nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. 

Vernetzung und Ausblick 

Der Demo Day endete mit einer offenen Networking-Runde, bei der Projektverantwortliche und Fachpublikum intensiv ins Gespräch kamen. Gerade in diesem Austausch wurde deutlich, dass es bei der autonomen Elektromobilität längst nicht nur um Technik geht, sondern um die Gestaltung ganzer Wertschöpfungsketten – von regulatorischen Rahmenbedingungen und Geschäftsmodellen bis hin zur gesellschaftlichen Akzeptanz. 

Der Demo Day „Autonom & intelligent“ machte sichtbar, wie vielfältig die Ansätze für die Elektromobilität von morgen sind. Vom mobilen Lade-Roboter über intermodale Lieferlogistik und modulare Zustellroboter bis hin zu automatisierten Kleinbussen und infrastrukturgetriebener Fahrzeugsteuerung wurden Lösungen vorgestellt, die die gesamte Bandbreite und das Innovationspotenzial des Technologieprogramms verdeutlichten. Gleichzeitig wurde klar: Die Zukunft der Mobilität entscheidet sich nicht in einzelnen Projekten, sondern im Zusammenspiel von Technologie, Regulierung, Wirtschaftlichkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz. 

Unterstützt und begleitet wurde die Veranstaltung von den regionalen Partnerorganisationen Cluster Verkehr, Mobilität und Logistik Berlin-Brandenburg, der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, ReTraNetz-BB sowie dem ZEKI – Zentrum für erlebbare KI und Digitalisierung. 

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