Meldung
15.10.2024
SmartLivingNEXT bei den Tagen der digitalen Technologien
„Transformation durch Innovation – nachhaltig, souverän, vernetzt“ lautete das Motto der diesjährigen Tage der digitalen Technologien (TddT), die am 7. und 8. Oktober 2024 im Berlin Congress Center (bcc) stattfanden. Mit gleich sechs Exponaten stellte das Technologieprogramm den aktuellen Forschungsstand vor und informierte in diversen Fachvorträgen über den strategischen Ansatz und Mehrwerte des entstandenen Ökosystems.
„Berliner Erklärung“: Weg frei für neuartige Digitalisierung von Wohngebäuden
Für den Wohngebäudebereich richtungsweisend war die Präsentation der „Berliner Erklärung“, mit der sich Deutschland als Vorreiter bei der digitalen Transformation von Lebens- und Wohnumgebung positioniert. In dieser Erklärung sagen Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Industrie, Wohnungswirtschaft, Wissenschaft und des Handwerks gemeinsam die Unterstützung bei der Entwicklung von sicheren Datenräumen und somit der Digitalisierung von Wohn- und wohnähnlichen Gebäuden wie Hotels oder Pflegeeinrichtungen zu.
SmartLivingNEXT: „Best of both worlds”-Konzept
Wie weit man bei der Umsetzung dieser Vision bereits fortgeschritten ist, zeigte das mit 25 Millionen Euro geförderte Technologieprogramm SmartLivingNEXT auf einer 21 Quadratmeter großen Fläche mit den Konsortialpartnern Deutsches Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI), Forschungsvereinigung Elektrotechnik beim ZVEI e. V., Materna Information & Communications SE und Open Experience GmbH. Das Projekt präsentierte den Dataspace Blueprint, eine Zusammenstellung von Software-Komponenten für das Aufsetzen eines Dataspace und seine Anbindung an das Ökosystem. Außerdem wurde das insbesondere für Administratoren interessante „Dataspace Blueprint Portal“ als grafisches User Interface für das Data und Service Asset Management präsentiert. Zudem wurde die erste Version einer SmartLivingNEXT Mobile App für Mietende im Mehrfamilienhaus gezeigt. Dadurch werden Wohngebäude energieeffizienter.
HoloLens, Tablet Augmented Reality und Datenraum Demonstrator
Welche innovativen Möglichkeiten sich bei der Visualisierung von Energieverbräuchen eines Gebäudekomplexes ergeben, zeigte die Augmented-Reality(AR)-Demo. Die Besucherinnen und Besucher des SmartLivingNEXT-Stands konnten aktuelle und Energieverbrauchsdaten des Dudo Parks Saarbrücken, mithilfe einer interaktiven AR-Brille komfortabel und intuitiv einsehen. Das Besondere daran war die 3D-Visualisierung des kompletten Gebäudekomplexes via AR-Brille bzw. Tablet. Der vorgestellte Datenraum-Demonstrator zeigte, dass der SmartLivingNEXT-Dataspace genutzt werden kann, um KI-Trainingsmethoden zu verbessern.
BIM-4-CARE zeigt Lebensraum-Patienten-Modell
Das SmartLivingNEXT-Projekt BIM-4-CARE, präsentierte ein Lebensraum-Patienten-Modell, das mithilfe von modernen Technologien wie Helm-Kamerasystemen, Roboterhund oder manuellen Fragebögen und Checklisten im Vorfeld vor Ort mit dem Patienten bzw. der Patientin erstellt wird. Anhand dieses Modells kann man unterschiedliche Krankheitsentwicklungssimulationen durchführen, die kritische Bereiche bezüglich Mobilität, Lebensqualität oder sozialer Interaktion in der Wohnumgebung hervorheben und gleichzeitig mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorschlagen.
Vorgängerprojekt ForeSight erhält Auszeichnung
Neben vielen Fachgesprächen und Präsentationen gab es für SmartLivingNEXT einen besonderen Tagesordnungspunkt. Das Vorgängerprojekt ForeSight wurde während der Session “Highlights” der vom BMWK geförderten Technologieprogramme der vergangenen Jahre ausgezeichnet. Michael Schidlack, ehemals Projektleitung bei ForeSight, nahm stellvertretend für das Konsortium auf der Bühne vor Fachpublikum die Auszeichnung entgegen und erläuterte die Historie: „Im Projekt ForeSight ging es darum zu zeigen, dass es möglich ist, KI in Wohngebäuden einzusetzen, wenn nur ein ausreichend großer Datenpool zur Verfügung steht. Dieser Datenpool sollte herstellerübergreifend ausgestaltet sein. Im Rahmen dieses Projektes wurde die Idee des ‚ SmartLivingNEXT Dataspace‘ entwickelt und später auch Gaia-X-konform ausgerichtet. Mit ForeSight haben wir gezeigt, dass dies technisch möglich ist und welcher Nutzen für Industrie, Handwerk, Wohnungswirtschaft und auch Mieterinnen und Mieter damit verbunden sein kann.”
Fachsession „Datenräume für nachhaltige Lebens- und Wohnumgebungen“
Einen echten „deep dive“ ins Technologieprogramm konnten die Besucherinnen und Besucher an der am Nachmittag stattfindenden Fachsession “SmartLivingNEXT – Datenräume für nachhaltige Lebens- und Wohnumgebungen” erhalten. Die zweistündige Sitzung bot einen umfangreichen strategischen und technischen Einblick in die verschiedenen Aspekte des Leitprojekts. Michael Schidlack erläuterte in seiner Eingangspräsentation die Mehrwerte des Technologieprogramms. Sein Fazit: Das Ökosystem ist aufgebaut und intakt. Damit sei nun der Grundstein für viele neue Anwendungen, zum Beispiel aus den Bereichen Energiemonitoring, Assistenz und Pflege, Wohnsicherheit oder Wohnungsverwaltung und Gebäudewartung gelegt.
Thomas Feld zeigte, wie das Datenökosystem SmartLivingNEXT aus einer Vielzahl unterschiedlicher Dataspaces entsteht und welche Komponenten bereits im SmartLivingNEXT Dataspace vorhanden sind. Und auch hier die gute Botschaft: „SmartLivingNEXT-Projekte können zur Verfügung stehende Datenquellen verschiedener Herkunft über den Sense WoT Standard unter der Maßgabe der DSGVO und des EUData Acts projektübergreifend zusammenführen und miteinander teilen“, so Feld. Im Anschluss daran erläuterten zehn Vertreter der SmartLivingNEXT-Projekte in kurzen Statements dem Fachpublikum die von ihnen entwickelten Anwendungen und deren Mehrwerte.
Podiumsrunde: Experten sagen ihre Unterstützung bei der vollständigen Digitalisierung von Wohngebäuden durch geteilte Datenräume zu
Hochkarätig besetzt war die abschließende Podiumsrunde mit Adalbert Neumann, CEO der Busch-Jaeger Elektro GmbH und Vorstandsvorsitzender der WISL, Dr. Claus Wedemeier, Referatsleiter Demographie und Digitalisierung beim GdW, Paul Seifert, Leiter Referat Technik & Digitalisierung ZVEH und Dr. Wolfgang Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung des ZVEI e.V.. Unter dem Titel „Warum SmartLivingNEXT eine zukunftsweisende Lösung für Industrie, Wohnungswirtschaft, Handwerk und Anwender ist“ diskutierten sie die Chancen und Herausforderungen, die für die vollständige Digitalisierung von Wohngebäuden zu erwarten sind.
Die Tage der digitalen Technologien 2024 zeigten eindrucksvoll, dass SmartLivingNEXT eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung zukunftsorientierter und nachhaltiger Lebensräume spielt. Durch die Kombination von digitaler Infrastruktur, intelligenten Diensten und der Einbindung aller relevanten Akteure – von der Industrie über das Handwerk bis hin zu den Endnutzerinnen und Endnutzern – setzt das Projekt neue Maßstäbe für vernetzte und lebenswerte Wohnumgebungen. Die Veranstaltung bot wertvolle Einblicke in die Zukunft des intelligenten Wohnens und machte deutlich, dass SmartLivingNEXT weit mehr ist als ein technisches Konzept – es ist ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen und intelligent vernetzten Gesellschaft.