Meldung
31.03.2022

ForeSight: Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz in Wohngebäuden

Teil 1: Vorstellung von Future Living® Berlin.

Die ForeSight-Partner Bosch, GSW Sigmaringen und SIBIS Institut für Sozial- und Technikforschung haben eine Akzeptanzstudie zu exemplarisch umgesetzten Anwendungsszenarien in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz vorgelegt. Ziel der Studie ist es, die Forschungserkenntnisse rund um Smart Living Services auf ihre Alltagstauglichkeit in vermieteten Wohnungen hin zu überprüfen. Dabei stießen die Forscher*innen auf ein erstaunlich positives Echo der Mietenden, aber es gab auch Kritik. In unserer vierteiligen Serie stellen wir die wesentlichen Details vor.

FORESIGHT-Logo
© Projekt FORESIGHT
FORESIGHT-Logo

In ForeSight werden KI-Anwendungen, Algorithmen und Tools entwickelt, die weit über die klassischen Möglichkeiten einzelner Anbieter hinausgehen, da Daten hersteller- und gewerkeübergreifend in einem gemeinsamen Datenraum (ForeSight Dataspace) verfügbar sind. Diese in ForeSight entwickelten Methoden werden durch Use Cases veranschaulicht. Dazu zählen die vier Szenarien „Smarte Gebäudebewirtschaftung“, „Smartes Energiemanagement“, „Intelligenter Gebäudepförtner“ und „Smarte Assistenz“. Eine ForeSight-Studie hat nun die Akzeptanz von KI-gestützten Anwendungen in Gebäuden bei Mieter*innen unterschiedlicher Altersgruppen und Haushaltstypen untersucht. Hierzu wurden aus den ForeSight Use Cases „Intelligenter Gebäudepförtner“ die KI-gestützte automatische Türöffnung, aus dem Bereich „Smartes Energiemanagement“ der KI-gestützte Energiemanager (Energieprognose und gerätespezifischer Energiesparempfehlungen) und aus dem Bereich „Smarte Assistenz“ der KI-gestützte Ernährungsmanager durch empirische Erhebungsmethoden und quantitative Bewertungen genauer betrachtet.

Insgesamt wurden für die Erhebung elf Online-Fokusgruppen mit jeweils drei bis sechs Personen gebildet. Wichtig war dabei, dass die Befragten bereits digitale Angebote in der Wohnung kennen (z.B. Türöffnung per Karte oder Chip, Energieverbrauchsmessung auf dem eigenen Computer, Apps im Ernährungs- und Kochbereich etc.), gleichzeitig aber keine Erfahrung mit den untersuchten KI-gestützten Use Cases haben. Die zwischen dem 30. August und 14. September 2021 durchgeführte Studie ergab, dass die überwiegende Mehrheit der Proband*innen eine positive Einstellung zur Digitalisierung und zu innovativen Services im Wohnbereich hat. Außerdem wurde ein ausgeprägtes Problembewusstsein in Bezug auf den Schutz der Privatheit, der Datensicherheit und des Datenschutzes festgestellt.

Teil 1 der Untersuchung: Vorstellung von Future Living® Berlin

Um die drei Szenarien auf ihre Akzeptanz hin untersuchen zu können, wurden die Use Cases in eine reale Umgebung wie das Wohnprojekt Future Living® Berlin eingebettet. Außerdem wurden die Teilnehmenden zu einer Spontanbewertung der Wohnvision „Moderne Architektur und Technik“ eingeladen sowie Vorerfahrungen mit smarten Technologien im häuslichen Alltag und die Attraktivität und Nutzen von KI im Wohnbereich allgemein abgefragt. Ziel war es, die Akzeptanz und Nutzungsbereitschaft der relevanten KI gestützten Anwendungen in der Wohnung zu bewerten.

Die vorgestellten Anwendungsbeispiele stießen zunächst auf eine allgemeine Neugier und Offenheit. Dabei gingen die Teilnehmenden davon aus, dass smarte oder KI-gestützte Technologien zunehmend den Wohnalltag begleiten und weitere Wohnanlagen wie Future Living® Berlin im Neubaubereich realisiert werden.

Mieter:innen wünschen sich Vernetzung, Energieeffizienz, Individualität und Wohnlichkeit

Im konkreten Bezug auf Future Living® Berlin wurde besonders positiv die effizienten Vorgänge und der damit verbundene Komfort bewertet. Für die Zukunft erhoffen sich die befragten Mieter*innen eine effiziente digitale Vernetzung und erhöhte Energieeffizienz. Wohnlichkeit und Individualität sind dabei von großer Bedeutung. Entscheidend war für alle Befragten, dass die smarte Technik in den Wohnungen nicht offensichtlich erkennbar, sondern verbaut und versteckt ist, um ein angenehmes, wohnliches Ambiente nicht zu stören. Die Barrierefreiheit wurde vor allem bei den Befragten mittleren bis fortgeschrittenen Alters mit Blick auf eine mögliche Einschränkung der Mobilität oder eine Pflegebedürftigkeit positiv hervorgehoben. Bei der Bewertung des Wohnquartiers, der Wohnung und der präsentierten Technik spielte auch die Individualität eine tragende Rolle. So konnten die gezeigten Innenansichten der Wohnungen überzeugen und der Sorge über Autonomieverlust und fehlenden persönlichen Ausdruck durch standardisiert verbaute Technik entgegenwirken.

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier.