Smart Living

Der Staubsaugerroboter, der automatisch den Boden reinigt, die Heizung, die die Temperatur senkt, wenn alle Bewohnerinnen und Bewohner die Wohnung oder das Haus verlassen haben, und der Sensor im Armband, der den Pflegedienst alarmiert, wenn eine ältere Person gestürzt ist – all das gehört zum digitalen und vernetzten Wohnen, dem Smart Living. Geräte und Haustechnik im privaten Haushalt werden miteinander verknüpft, um Anwendungen und Dienste bereitzustellen, die den Alltag komfortabler, sicherer und ressourcenschonender machen.

Genutzt wird Smart Living heute vor allem, um Wohnkomfort und Sicherheit zu steigern und um Energie einzusparen. Es geht aber auch darum, Dritte mit einzubeziehen. Durch die Nutzung elektronischer Türschlösser und spezieller Authentifizierungssysteme können die Bewohner etwa Handwerkern auch ohne persönliche Anwesenheit den Zugang gewähren oder Pflegediensten im Notfall erlauben, die Wohnungstür ohne ihr Zutun zu öffnen.

Für die Hersteller von Haustechnikgeräten, für Handwerk, Handel und die Wohnungswirtschaft bietet das steigende Interesse an Smart Living interessante Marktperspektiven. Aber auch viele andere Dienstleister, etwa aus der Energieversorgung oder der Gesundheitswirtschaft, können ihre Leistungen individuell auf den Bedarf ihrer Kundinnen und Kunden zuschneiden.

Zahlen und Fakten

  • Im Jahr 2021 nutzen bereits 11 Mio. Haushalte in Deutschland Smart-Living-Anwendungen.
  • Die Favoriten bei den Smart-Living-Anwendungen sind Beleuchtung (23 Prozent), Alarmanlage (18 Prozent), Videoüberwachung (16 Prozent) und Heizung (15 Prozent).
  • In Deutschland wächst der Smart-Living-Markt mit Wachstumsraten von 10 Prozent zwischen 2021 und 2025. Das Marktvolumen steigt von 5,4 Mrd. Euro im Jahr 2021 auf geschätzte 8,5 Mio. Euro im Jahr 2025.

Quellen:

Die Vielfalt der Smart-Living-Technologien

Smart-Living-Geräte werden hauptsächlich für die Anwendungsfelder Heizung/Klima/Energie, Komfort/Licht/Entertainment, Sicherheit und Haushalt/Robotik entwickelt. Die Anzahl verfügbarer Geräte steigt stetig. Steuern lassen sie sich über mobile Endgeräte und so von außerhalb der Wohnung. Dadurch steigt die Benutzerfreundlichkeit der Systeme. Einen sehr einfachen Zugang bieten KI-basierte Sprachassistenten und die dahinterstehenden zahlreichen Vernetzungsplattformen von Geräteherstellern und Cloud-Anbietern.

Eine Herausforderung ist die oft geringe Kompatibilität zwischen den einzelnen Geräte-Anbietern. Die Nutzer möchten oftmals nur Teilbereiche innerhalb des Wohnraums automatisieren, beispielsweise nur die Heizungssteuerung. Entscheiden sie sich im Laufe der Zeit für eine weitere Smart-Living-Anwendung, wird häufig ein anderer Anbieter gewählt. Mittlerweile hat sich weltweit eine große Zahl von Industrieallianzen gebildet, welche für die Interoperabilität von Geräten und Diensten sorgen und auch zunehmend untereinander kooperieren.

Viele Wahlmöglichkeiten beim Smart Living

  • Das beliebteste Smart-Living-Steuergerät ist das Smartphone (78 Prozent) vor dem Tablet (45 Prozent) und der Fernsteuerung (31 Prozent). 52 Prozent nutzen dabei auf jeden Fall die Sprachsteuerung.
  • Nur 18 Prozent der Käuferinnen und Käufer entscheiden beim Kauf nach der Marke, aber 31 Prozent nach dem Preis und 50 Prozent trauen sich kein Urteil zu.
  • Wer sein Fahrzeug zuhause laden möchte – idealerweise mit eigenem Strom - ist auf ein Home Energy Management System (HEMS) angewiesen. Dieses behält die Last des Fahrzeugs und des Gerätemixes im Blick, um Schäden zu verhindern und tarif- bzw. sonnenabhängig zu laden.

Quellen: