Medientechnologien

Zu den Medientechnologien gehören die Technologien und Verfahren, die zur Erfassung, Bearbeitung, Speicherung, Übertragung und Wiedergabe von Text, Audio (Sprache, Musik), Bild (Fotos, Grafiken) und Video dienen. Da Medieninhalte inzwischen weitgehend in elektronischer Form als digitale Daten vorliegen, sind auch die aktuellen Medientechnologien meist digitaler Natur. Ein wesentliches Technologiegebiet ist daher die digitale Signalverarbeitung, die u. a. Algorithmen zur Analyse, Veränderung oder Kompression von Audio-, Bild- und Videodaten beinhaltet. Aber auch Text- und Grafikverarbeitung, Drucktechnik oder Computeranimation sind den Medientechnologien zuzurechnen. Computer, Smartphones und Tablets sind mittlerweile digitale Medienzentralen und das Internet der wichtigste Verbreitungsweg für digitale Medieninhalte, von der einfachen Textnachricht über Musik-/Videostreaming und Sprachassistenten bis zur virtuellen 3D-Erfahrung. Digitale Medientechnologien sind daher interdisziplinäre Querschnittstechnologien, die in nahezu allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen Anwendung finden.

Zahlen und Fakten

  • In Deutschland nutzen 52 Mio. Menschen (72 Prozent) täglich das Internet, unter den 14- bis 29-Jährigen sind es 97 Prozent. Fast alle davon sehen sich Videos an (inkl. Streaming-Dienste und Mediatheken), die Mehrheit nutzt auch Musik-Streaming.
  • Im Jahr 2020 wurden weltweit 131 Mio. Lautsprecher mit integriertem Sprachassistenten abgesetzt, daneben besitzen nahezu alle neuen Smartphones Sprachassistenzfunktionen.
  • Mittels 5G-Mobilfunk können Veranstalter und Sender Live-Veranstaltungen als hochaufgelöste TV-Sendungen produzieren und in Echtzeit an Mobilgeräte ausspielen.

Quellen:

Einsatz digitaler Medientechnologien

Viele Medientypen werden inzwischen nur noch digital ausgetauscht (v. a. Musik, Fotos, Videos) oder haben zumindest eine digitale Entsprechung (z. B. E-Books). Neben der bereits weitgehend abgeschlossenen reinen Digitalisierung von Medien und Übertragungstechnik, wie bei der CD, digitalem Fernsehen (DVB) oder Radio (DAB+), findet inzwischen auch eine zunehmende Verlagerung dieser „klassischen“ Verbreitungswege in Richtung des Internets statt, z. B. durch digitale Streamingdienste wie Netflix, Spotify, Mediatheken oder Internetradio. Hierbei kommen u. a. Verfahren zur Klassifizierung, adaptiven Übertragung und Kompression von Medieninhalten zum Einsatz. Ein anderer wichtiger Anwendungsbereich sind text- und sprachbasierte Assistenzlösungen wie Chat Bots, Text Mining und Sprachassistenten (z. B. Alexa, Siri), bei denen Methoden aus dem Bereich des Natural Language Processing (NLP) angewendet werden. Gegenüber herkömmlichen Verfahren der digitalen Signalverarbeitung lassen sich hierbei durch den Einsatz von Algorithmen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) deutliche Verbesserungen beim Text- und Sprachverständnis erzielen. Auch bei der Objekt-, Szenen- und Personenerkennung in Bild- und Videomaterial spielt KI eine wichtige Rolle. Ein weiteres aktuelles Anwendungsfeld digitaler Medientechnologien sind Augmented und Virtual Reality (AR & VR), sowohl für den privaten Bereich (z. B. VR-Brillen und -Computerspiele) als auch für gewerbliche Anwendungen (z. B. AR-Lösungen für Schulungs- oder Reparaturunterstützung). Daneben kommen für die Übertragung von audiovisuellen Medieninhalten zunehmend leistungsfähige Funkverfahren wie WLAN und neuerdings 5G zum Einsatz, die einerseits einen mobilen, ortsunabhängigen Empfang von HD-Videos auf dem Smartphone erlauben, aber auch z. B. bei Outdoor- und Live-Events eine Produktion ohne aufwendige Verkabelung ermöglichen.

Schlüsseltechnologien der digitalen Medien

  • Sprach-, Audio-, Bild- und Videosignalanalyse in Echtzeit
  • Künstliche Intelligenz, u. a. für Sprachassistenz und Bilderkennung
  • Augmented Reality und Virtual Reality
  • 5G-/6G-Technologie und -Infrastruktur für die mobile Übertragung von Medieninhalte
  • Übertragungs- und Kompressionsverfahren für Audio- und Videodaten