Rechtliche Herausforderungen beim Einsatz kollaborativer Systeme in der Industrie

Der Einsatz kollaborativer Systeme in der Industrie wirft neue Rechtsfragen auf, beispielsweise wenn es um die Haftung im Schadensfall geht. Oft ist das mögliche Risikopotenzial nicht unmittelbar erkennbar, insbesondere wenn in Wertschöpfungsnetzen unterschiedliche (technische) Disziplinen zusammenkommen. Ziel ist es, das Potenzial zukünftiger Anwendungen hinsichtlich neuer rechtlicher Fragestellungen zu analysieren und Aussagen zur Konformität solcher Anwendungen mit dem geltenden Rechtsrahmen zu treffen.

Die Betrachtungen sollen sich wesentlich an den Risikobereichen Personenschaden, Sachschaden, Vertragsbruch, Missbrauch persönlicher Daten, Kontrollverlust bei Anlagen und Maschinen, Verstoß gegen Arbeitsrecht und Verletzung geistigen Eigentums orientieren. Als ein erster Ausgangspunkt soll das „Juristische Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 – JuRami“ (www.ju-rami-online.com) dienen, das im Technologieprogramm „AUTONOMIK für Industrie 4.0“ erarbeitet wurde. Es bietet erstmals ein webbasiertes Informationsangebot zu Rechtsaspekten beim Einsatz autonomer vernetzter Systeme. Im Rahmen der PAiCE-Begleitforschung sollen praxisgerechte Vertrags- und Regelungsstrategien formuliert und in einem Leitfaden veröffentlicht werden.