Thema

Mit Smart Living wird die Nutzung von Produkten und Diensten im privaten Umfeld zusammengefasst, die unter Einsatz digitaler Technologien innovative, vielfach gewerkeübergreifende Anwendungen und damit verbundene neue Geschäftsmodelle ermöglichen.
Durch die Digitalisierung verändern sich Wertschöpfungsketten und insbesondere Wertschöpfungsanteile. Software und internetbasierte Plattformen zur Realisierung komplexer Smart Living-Anwendungen machen Komponenten, die bisher wichtige Domänen deutscher Hersteller darstellen, austauschbar. Erfolgreiche Plattformbetreiber werden zum bestimmenden Faktor u.a. bei der Nutzung von Standards. Es besteht die Gefahr, dass Hersteller und Anbieter von Komponenten in eine nachrangige Position geraten.

Das Marktpotenzial von Smart Living-Technologien ist Analysen zufolge mit hohen Erwartungen an Wachstum und Umsatz verbunden. Eine BMWi-Studie schätzt den Anstieg des erzielbaren Smart Home-Marktvolumens allein in Deutschland auf rund 20 Mrd. Euro im Jahr 2025.

Nicht nur in Deutschland ist das Marktangebot immer noch von einer Vielzahl proprietärer Insellösungen geprägt, die nicht interoperabel sind. Markthemmnisse sind unzureichende Investitionssicherheit, mangelndes Vertrauen in die Datensicherheit (Datenschutz, IT-Sicherheit), unklare Funktionalität und komplizierte Bedienung (Usability). In der Wohnungswirtschaft, die ein großes Einsatzpotenzial für Smart Living-Lösungen darstellt, geht es um neue Modelle zur Refinanzierung von Investitionen, für Architekten, Ingenieurbüros und Bauwirtschaft um Planbarkeit, für das Handwerk vor allem um neue Anforderungen in der Qualifizierung.

Die Beseitigung dieser Markthemmnisse ist eine wichtige technologie- und wirtschaftspolitische Aufgabe, damit Marktchancen vor allem vieler mittelständisch geprägter Hersteller und Anbieter in Deutschland nicht verloren gehen.

Da das Thema Smart Living mit den Bereichen Sicherheit und Komfort, Energiemanagement sowie Gesundheitsprävention und selbstbestimmtes Wohnen im Alter einige der aktuellen BMWi-Förderprogramme tangiert, sind die laufenden FuE-Projekte zu diesem Thema nicht in einem eigenen Schwerpunkt gebündelt sondern – abhängig von dem jeweiligen thematischen Bezug – unterschiedlichen Förderprogrammen zugeordnet.