Symphony – ein digitaler Marktplatz für TK-Dienste

Unternehmen, die verschiedene TK-Dienste mehrerer Anbieter nutzen wollen, stehen heute vor einem immensen Integrationsaufwand. Zunächst einmal müssen interessierte Unternehmen die für sie in Frage kommenden Produkte identifizieren. Im Anschluss gilt es vertragliche Rahmenbedingungen und Preismodelle der Diensteanbieter zu analysieren, um neben der technischen auch die wirtschaftliche Eignung ausgewählter TK-Dienste zu beurteilen. Im nächsten Schritt muss überprüft werden, ob Produkte unterschiedlicher Anbieter miteinander kombiniert werden können. In der Regel ist dies nicht ohne Integrationsaufwand möglich, der eine Zusammenarbeit aller beteiligen Diensteanbieter und des interessierten Unternehmens erfordert. Nicht immer lassen sich die Interessen der Beteiligten harmonisieren, da jeder Beteiligte individuell Aufwand und Nutzen gegeneinander abwägen muss.

Mit der Plattform Symphony soll ein digitaler Marktplatz für TK-Dienste geschaffen werden, der sich in erster Linie an KMU wendet. Symphony wird es Kunden ermöglichen, TK-Dienste individuell auszuwählen, zu kombinieren und zu verwalten, ohne dass jeder Geschäftsvorfall mit jedem einzelnen Anbieter separat abgewickelt werden muss (One Face To The Customer). So kann z.B. ein Unternehmen, das eine virtuelle Telefonanlage von Anbieter A im Einsatz hat, über eine Kombinationsmatrix in Symphony von Anbieter B ein passendes CRM-System zur Verwaltung seiner Kundendaten beziehen, so dass beide Systeme über die Symphony-Plattform zusammenarbeiten können. Zugleich werden damit die Anbieter und ihre Angebote erstmals für Kunden leicht vergleichbar. Und nicht zuletzt: auch der Kundenservice, etwa das Billing oder das Störungsmanagement, erfolgt in vereinheitlichter Form über die Plattform.

TK-Dienste – insbesondere von unterschiedlichen Anbietern – präsentieren sich gegenwärtig stark heterogen. Das heißt, die Dienste bieten in der Regel keine miteinander kompatiblen Schnittstellen an. Auf der Symphony-Plattform muss dieses Problem gelöst werden, um die Kombinationsfähigkeit unterschiedlicher Dienste zu gewährleisten. Symphony stellt Anbietern von TK-Diensten zu diesem Zweck eine uniforme ontologie-basierte Dienstbeschreibungssprache zur Verfügung. Diese ermöglicht eine maschinelle Analyse konkreter Kombinationseigenschaften verschiedener Dienste unterschiedlicher Anbieter. In der Symphony Plattformarchitektur wird die Kombination von Diensten durch Adapter sichergestellt, die Schnittstellen verschiedener Dienste miteinander integrieren.

Während der Projektlaufzeit werden zunächst TK-Dienste unterschiedlicher Anbieter analysiert und Gemeinsamkeiten abstrahiert. Diese abstrakten Diensteigenschaften werden Anwendern der Plattformen in einer Web-basierten Konfigurationsoberfläche präsentiert. Verbleibende Unterschiede werden durch technische Implementierungen von Dienstadaptern ausgeglichen. Im Anschluss werden die so gewonnen Dienstabstraktionen auf konkrete TK-Dienste aus dem Produktspektrum der Mitgliedsunternehmen des VATM e.V. abgebildet und als konkrete Dienstinstanzen in die Symphony Plattform eingeführt. Die Erkenntnisse aus komplexen Tests der Kombination dieser Dienste fließen in die weitere Plattformentwicklung ein.

Dem Projektkonsortium gehören neben dem paluno Institut an der Universität Duisburg-Essen (Konsortialführer) die Firmen IN-telegence GmbH (Köln) und adesso AG (Dortmund) sowie der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten VATM e.V. an. Für das übergreifende Projektmanagement sowie die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist die Firma proXperts GbR.

Projekt-Website

Projektlaufzeit: 01.09.2014 – 30.08.2016

Gesamtvolumen: 3,0 Mio. Euro

Fördervolumen: 1,7 Mio. Euro